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Werbung ist Manipulation…

Dezember 30, 2009 · 2 Kommentare

… darüber braucht man wirklich nicht mehr diskutieren. Wer Werbung entwickelt, produziert, ausstrahlt, verkauft – der wird dafür bezahlt, dass potentielle Kunden seiner Werbekunden in ihren Kaufentscheidungen beeinflusst werden. So lautet am Ende immer der Auftrag, und dem muss sich die Branche auch stellen. Karen Heumann, Chef-Strategin bei Jung von Matt, hat in einem Interview in der ZEIT dazu und zu anderen Werbethemen Stellung bezogen:

“…Gute Werbung macht ihren Job mit offenem Visier. Die Furcht, manipuliert zu werden, die Vance Packard vor langer Zeit mit seinenGeheimen Verführern schürte, ist vorbei. Die Menschen sind das, was man in England ad-literate nennt. Sie wissen: Das ist Werbung. Die will mich verführen. Tut sie das auf unterhaltsame, interessante Weise, lassen sich Menschen heute auch gerne darauf ein. Ich jedenfalls werde gerne von Werbung verführt und will verführen. Werbung ist eben bewusste Beeinflussung! Neulich diskutierte ich mit Marketingstudenten an der Uni und wurde von denen ziemlich attackiert, nach dem Motto: Die Werbung befeuert alles Schlechte in der Welt. Ich fragte sie, warum sie denn dann um Himmels willen Marketing studieren. Sie sagten, sie wollten später bei Greenpeace oder Attac arbeiten. Das verstehe ich gut, aber es wird jobmäßig wohl ziemlich eng werden….”

Karen Heumann äußerst sich auch über den Wert von Marken, der gerade auch in der Zeit von Google und Social Networks gar nicht hoch genug eningeschätzt werden kann:

“…die Menschen wollen überzeugt und manchmal verführt werden, man möchte sich gerne für das Schönere, Bessere, Interessantere entscheiden! Sie wollen mit einem Produkt also oft mehr kaufen als das Produkt selbst, nämlich die Konnotation, die durch dessen Herkunft und das besondere Versprechen der Marke dahinter entstanden ist. Deshalb hat gerade in Zeiten der absoluten Transparenz und Angebotsbreite die Marke einen Riesenvorteil: Wenn No-Names und starke Marken nebeneinander gezeigt werden, ist die Marke immer im Vorteil, denn sie ist Qualitäts- und Vertrauensanker….”

Über die Weihnachtsfeiertage bin ich wieder mal dazu gekommen, in der einen oder anderen Werbepause während einem spannenden Film den Kampf zu “geniessen”, welche Marke nun das Schönere, Bessere, Interessantere repräsentiert. Die Unterschiede in der Qualität der Werbeauftritte sind gigantisch und entsprechen wohl auch der Bandbreite der Unterschiede bei den Zielgruppen. Wie schön ist es da doch im Radio: man kann mit vergleichsweise wenig Aufwand wunderbar originelle und funktionierende Marktkommunikation betreiben. Werbung, die ihr Geld wirklich wert ist und ihren Auftrag verstanden hat. Warum das allerdings auch im Radio öfter mal so richtig daneben geht, verstehe wer will – an den Produktionskosten für das Werbemittel “Radiospot” ja wohl wirklich nicht…

→ 2 KommentareKategorien: Marketing · Medien
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Felgen und Gummireifen…

November 26, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

…ergänzen sich gut, trotzdem käme niemand auf die Idee, diese Begriffe synonym zu verwenden. Dieses Beispiel verwendet Christopher Rauen in seinem aktuellen Coaching-Newsletter (Ausgabe Nov/Dez.2009), um darauf hinzuweisen, dass auch Coaching und Training sich gut ergänzen, aber eben zwei verschiedene Dinge sind. In dem Artikel geht es darum, was Coaching NICHT ist (siehe mein Artikel in diesem Blog), weil man wie so oft mit den Grenzen eines Gegenstandes dessen Eigenheiten besser beschreiben kann. Auch die Grenzen zur Unternehmensberatung machen den Unterschied zwischen den beiden “Disziplinen” deutlich:

“Ähnliches gilt auch, wenn man einen klassischen Unternehmensberater engagiert, der behauptet, eigentlich “schon immer” gecoacht zu haben, auch wenn seine Gesprächskompetenz die Grenzen des Harvard-Konzeptes nie verlassen hat. Würde das ganze nicht allzuhäufig auf das übliche “Analysieren – Bericht schreiben – Entlassungen empfehlen” hinauslaufen, könnte man es von der humorvollen Seite betrachten. Viele Unternehmensberater wissen genau, dass ihre Funktion nicht selten die des gut bezahlten Sündenbocks ist, der dann für schlechte Nachrichten verantwortlich gemacht wird. Die Führungskräfte können sich dann ganz auf die Expertise des Beraters berufen, die Globalisierung zum Schuldigen erklären und die notwendigen Spar- und Outplacement-Programme ankündigen. Business as usual eben. Aber sicherlich kein Coaching.”

Ansonsten geht es in diesem Abgrenzungs- (und damit Definitions-)Versuch auch um das Beispiel des sogenannten zielorientierten Coachings: hier versteckt sich oft eine “heimlicher Lehrplan”, der eigentlich den Auftrag beinhaltet, Teile der Führungsaufgaben übernehmen zu sollen. Im häufigen Fall eines Dreiecksverhältnisses Klient-Auftraggeber-Coach wird vom Coach bisweilen erwartet, dass er den Klienten irgendwie dazu bringt, die vom Unternehmen vorher schon festgelegten Ziele besser zu erreichen. Diesen Prozess nennt man, so meint C.Lauen, eigentlich MBO (Management by Objectives) und der ist Sache der Chefs, nicht eines Coaches (Wobei zu “Management” nach meiner Einschätzung schon noch ein bisschen mehr gehört. Eine gute Zusammenfassung dazu findet man – unter Coaching-Aspekten – im Buch von Astrid Schreyögg “Coaching”). Allerdings gibt es auch im Coaching so etwas wie Zielorientierung: “Coaching braucht hingegen den Rahmen eines offenen Ziels, in dem Sinne, dass keine vor- oder fremdgedachte Lösung angestrebt wird, sondern eine individuelle Lösung entwickelt werden kann.” (Unterschied: Ziel- und Lösungsorientierung!)

Wer’s lieber andersrum mag: hier ist eine Definition von Coaching, die relativ breiten Konsens gefunden hat und die die wichtigsten Aspekte umfasst.

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Vertriebsprobleme: die Radiobranche ist nicht allein…

November 2, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

… mit den “beliebtesten” Themen im Vertrieb.

Beispiel: CRM – Einführung und Nutzung. Dazu ein Ausschnitt aus dem Harvard Business Manager, aus einem Blog-Eintrag von Dirk Zupancic:

“Ja natürlich, wir müssen und wollen CRM umsetzen. Die Geschäftsleitung hat den Bedarf erkannt und schon ein entsprechendes Budget genehmigt.” In den Folgemonaten wird eine Software angeschafft und implementiert. Die Akzeptanz ist mäßig, das System wird nicht richtig gepflegt und genutzt. Das Projekt bleibt hinter den Erwartungen zurück….”

Der Professor und CEO der German Graduate School of Management and Law in Heilbronn und Leiter des Kompetenzzentrums für B2B-Marketing und Vertrieb an der Universität St. Gallen beschreibt auch den Typ des erfolgreichen Vertrieblers: extrovertiert, freiheitsliebend, selbstbewusst. Entsprechend sind auch die Reaktionen auf geplante Veränderungen:

“Schlage ich Veränderungen im Vertrieb vor, warte ich mittlerweile schon bei jedem Projekt direkt am Anfang auf die Reaktion der Vertriebler: “Zu viel Formalismus!”, “Die Zeit sollten wir beim Kunden verbringen!”, “Jetzt bin ich schon 20 Jahre im Geschäft – bis jetzt war das auch nicht nötig.”, heißt es dann. Der Widerstand kommt sicher, spontan und im Grunde fast immer….”

Umsatz

Ich kenne einige Radiosender, bei denen es “passende” Mediaberater gibt: erfolgreich, lang im Geschäft und mit guten Kundenbeziehungen. Aber (deswegen?) nicht bereit, notwendige Veränderungen mit zu tragen oder sich anzupassen. Eine schwierige Gratwanderung für jeden Geschäftsführer oder Verkaufsleiter: die “alten” halten, obwohl sie evtl. sich bei neuen Verkaufsprozessen quer legen, und trotzdem die “neuen” dazu motivieren, systemantisch und strukturiert zu verkaufen.

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Obama und die Vorzüge von Coaching

Oktober 31, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

So könnte es stattgefunden haben – ein Interview mit Birgit Morrien mit US-Präseident Barackk Obama zum Thema Coaching. Selbstverständlich nutzt der vielbeschäftigte mächtigste Mann der Welt dieses hilfreiche Instrument. Sein Coach ist schwarz, weiblich und etwas älter als er.

Hier geht’s zum Interview.

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Coaching – der Begriff

Oktober 27, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Zur Begriffsklärung finden wir in Wikipedia:

“Der Begriff „Coach“ stammt aus dem Englischen und bedeutet dort Kutsche. Er beschreibt also ein Instrument, das es Menschen ermöglicht, von einem Ort zum Anderen zu gelangen. Coaching kann vor diesem Hintergrund auf der Metaebene als Entwicklungsinstrument bezeichnet werden. Das Ziel formuliert der Coachee (Klient), der Coach begleitet den Coachee auf dem Weg als neutraler „Reise“-Gefährte. Erste entlehnte Verwendungen des Wortes fanden im Sport statt. Dort ist der Coach nicht nur Trainer der sportlichen Fertigkeiten, sondern darüber hinaus zielorientierter Begleiter und Motivator. Der Coach im Sport ist damit Trainer der mentalen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Sportler. Er bringt nicht die Lösungen für Probleme oder Konflikte mit. Vielmehr fungiert der Coach als neutraler Gesprächs- und Interaktionspartner, der seinem Coachee den Prozess der individuellen (Weiter-) Entwicklung eröffnet, erleichtert und ihn dabei begleitet.”

Airbag

Hilarion Petzold schreibt zur Begriffsentwicklung, dass “…aus dem dreifachen Hintergrund: 1. ein Instruktor, entraîneur, Trainer (coach), der skills vermittelt, zur Leistung antreibt…2. ein Fuhrmann (coach) mit horsemanship, der den Sechsspänner führt, … 3. der Privatlehrer (tutor) der für eine Aufgabe, ein Sachgebiet (geography coach), ein Examen vorbereitet…” der Begriff dann 4. in den modernen Sport kommt in der Bedeutung: “für den Kampf trainieren…, für den Wettkampf als “persönlicher Betreuer” fit machen… und von dort 5. in den Managementbereich: den Manager für Aufgaben und Funktionen vorbereiten und diesem als persönlicher Betreuer, Berater und Begleiter zur Verfügung stehen…”  (H.Petzold: Coaching als “soziale Repräsentation”… (SUPERVISION, Ausgabe 02/2002))

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Bewertungssüchtig…

Oktober 23, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

…wenn auch geistreich ist er, der Web 2.0 – Parvenu, ein “neuer” Menschentypus, den der ZEIT-Redakteur Adam Soboczynski entdeckt haben will und in seinem Kommentar beschreibt.  Er bezweifelt, ob und wie demokratisch (vor- oder nachdemokratisch) diese Zeit-Erscheinung sein mag, karikiert durch die Web-Präsenzen einiger Promis:

“…Die Anbiederung der politischen Klasse an die Netzwelt, die emsige Twitterei von Bundestagsabgeordneten, der Facebook-Auftritt der Kanzlerin zeigt willfährige Knechte des Internets, keineswegs machtvolle Protagonisten. Berühmtheiten stellen sich darin aus, um Freier buhlend, wie die Nutten auf Ausfallstraßen. Prominenz verkommt sogleich zur Semiprominenz…”

Das Web 2.0 “…hebelt nicht nur nationale Gesetzgebung aus, formale Strukturen politischer Partizipation, es verdrängt nicht nur die alten Medien, sondern lässt einen neuen, gleichsam alten Menschentypus auf die Bühne treten: den sozial hyperaktiven, den um Status und Witz kämpfenden Höfling, den reaktionsschnellen und bewertungssüchtigen, den geistreichen Parvenü. Er verachtet all jene, die nicht aus der Deckung kommen. Sie werden eh hinweggefegt werden: die Geisteswissenschaftler altväterlicher Manier mit klobigen Büchern, die ängstlichen Journalisten, die sich an ihre Festanstellung klammern, die verbildet Hochnäsigen, die im gewitzten sozialen Austausch im Netz nur Oberflächlichkeit wittern. Das ist die alte, die durch und durch unerotische Welt, die immer noch nicht begreift, dass die Programmierer weniger, aber rasant wachsender Internetkonzerne die neuen Sonnengötter sind. Der Souverän ist nicht mehr souverän…”

buchstaben

Nun – ich kenne ein paar von denen, von den bewertungssüchtigen ständig aktuellen twitternden Zeitgeistern. Und sie sind im  Netz ähnlich unangenehm wie im richtigen Leben, sind also  beileibe kein neuer Menschentyp. Und dass das Web 2.0. (und 3.0 und 4.0 …) einiges in unserer Welt umkrempelt, ist natürlich auch eine Medaille mit zwei Seiten. Ein paar wenigen der alten Medien, die da verdrängt werden könnten, schadet’s nicht (ihnen schon, aber dem Rest der Welt nicht). Aber ein paar andere sind mir durchaus wichtig, einige von ihnen werden auch in ihren Grundfesten sicher nicht umgekrempelt, und die guten Journalisten werden sich vielleicht nicht mehr an eine Festanstellung klammern können, aber wir werden sie weiterhin dringend brauchen. Und wir werden weiterhin Zeitgenossen brauchen, die für diesen guten Journalismus bezahlen, sei es direkt oder auf dem Umweg über die Werbefinanzierung der entsprechenden Medien. Und so berechtigt diese Kommentar-Sicht aus der ZEIT in einigen Ansätzen auch ist, ich finde die Zeit, in der wir leben und auch einige der benannten Zeiterscheinungen unglaublich spannend…;-)

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Der “Problem-Talk” als Problem

Oktober 19, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

… so lautet die Überschrift eines Kapitels im Buch von Günter Bamberger “Lösungsorientierte Beratung”. In dem Kapitel geht’s um die grundsätzliche Ausrichtung im Beratungsprozess, die sich  lange Zeit “nach hinten” orientiert hat, auf das Problem: seit wann gibt’s dieses? wie ist es genau? wodurch ist es entstanden? etc. Die darunter liegende Hypothese ist natürlich, dass man die Ursachen bearbeiten muss, wenn man das “Symptom” dauerhaft in den Griff kriegen oder gar los werden will. In vielen Lebenszusammenhängen ist diese Hypothese ja durchaus richtig, auch in manchen Beratungssituationen. Erstaunlich ist allerdings, welche Türen sich öffnen, wenn man mal wirklich die Vergangenheit und die Problemsicht außen vor lässt und konsequent in die (mögliche) Zukunft schaut. Das sind im Coaching dann Interventionen wie “was wäre wenn…?”.

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Ein Entsprechung und Parallele im Medizinbetrieb schildert G.Bamberger im o.g. Kapitel, nämlich die sogenannte Salutogeneseforschung. Traditionell beschäftigt sich die Medizin mit der Pathogenese, also den Entstehungszusammenhängen von Krankheit, mit Salutogenese sind dagegen diejenigen Wirkfaktoren gemeint, die für das (gar nicht so selbstverständliche) Zustandekommen von Gesundheit zuständig sind. Der Autor berichtet von einem Heidelberger Präventivmediziner, Ronald Grossarth-Maticek, der sich ausführlich mit der Entstehung (bzw. Nicht-Entstehung) von Krebs beschäftigt hat: fast 35000 Personen wurden in 30 Jahren diesbezüglich begleitet.

“Besser geschützt seinen insbesondere diejenigen Personen, die sich als Gestalter ihres Lebensschicksals sähen und sich auch entsprechend verhielten, also ihr Leben bewusst planten und nicht mir der Hilfe anderer rechneten. Sozusagen den Gegenpol bildeten die ewig “Leidenden” und “Klagenden”, die sich als Opfer einer unglücklichen Kindheit, einer ungerechten Gesellschaft und sonstiger widriger Umstände fühlten…” (S.32)

Das deckt sich mit vielen positiven Erfahrungen aus der Ecke der sogenannten “lösungsfokussierten” Beratung (Steve de Shazer u.a.) : wer sich eine für ihn positive Zukunft möglichst lebhaft und “echt” vorstellen kann, hat schon mal einige Samenkörner gesäht (klar – nicht alle können aufgehen…), die Neurowissenschaftler würden sagen, er habe einige zarte Bahnen eines neuen neurolnalen Netzwerk-Musters angelegt. Und wenn er die pflegt  und wenn dann die ersten bestätigenden Erfahrungen dazu kommen, kann es gut sein , dass…

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Lernen ist möglich…

September 30, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

… das weiß doch jeder. Aber wie es genau funktioniert, weiß Eric Kandel ganz genau. Er hat sich sein ganzes Leben lang intensiv damit beschäftigt, wie das menschliche Gedächtnis funktioniert, und damit auch das Lernen. Lern- und Erinnerungsprozesse sind so elementar in unserem Leben, dass sie uns wie selbstverständlich vorkommen. “Wir sind die Summe unserer Erinnerungen”, könnte man fast behaupten. Alle Erfahrung und deren Verarbeitung prägen unsere Persönlichkeit intensiv, nach neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften passiert das auch noch im hohen Alter. Eric Kandel ist 1929 in Wien geboren, er wollte zuerst Psychoanalytiker werden und hat deshalb Medizin studiert. Dabei hat er für die Erforschung der neuronalen Strukturen und Vorgänge Feuer gefangen und hat sein ganzes berufliches Leben der Erforschung von Lern- und Gedächtnisfunktionen gewidmet. Sogar ein Nobelpreis wurde ihm dafür verliehen. Er ist keiner der ganz populären Hirnforscher unserer Zeit (bis jetzt), hat aber ganz wesentliche Beiträge zum aktuellen Wissensstand beigetragen. Sein aktuelles Buch “Auf der Suche nach dem Gedächtnis” wurde kürzlich verfilmt, der Film ist in den deutschen Kinos bereits angelaufen.

Es handelt sich um eine Mischung aus Autobiographie (er kann auf ein sehr aufregendes Leben zurückblicken) und Geschichte der Hirnforschung. Das Buch bietet auch für Leute, die nicht absolut in die Terminologie der Neuowissenschaften eingeweiht sind, einen sehr guten Überblick über die Entwicklung der Forschung auf diesem Gebiet. Ich habe jedenfalls wieder mal einen Heidenrespekt bekommen für alles, was da in unserem Nervensystem so abläuft: diese Komplexität, dieses Tempo, diese Raffinesse ist wirklich fast unglaublich. Nicht umsonst behaupten die Hirnforscher, dass das menschliche Nervensystem wohl die komplexeste Angelegenheit ist, die uns derzeit bekannt ist. Die wichtigste Botschaft, die sich professionell mit Lern- und anderen Veränderungsvorgängen beschäftigen ist wie gesagt: Lernen und damit Entwicklung passiert immer, wir können nicht nicht lernen. Wir können – im Rahmen unserer genetischen und sonstigen Disposition – auf die Strukturen unserer neuronalen Netzwerke sehr wohl einwirken, wir können uns “absichtlich” verändern und entwickeln. Natürlich blitzt hier gleich die ganze uralte philosophische Diskussion um den “freien Willen” auf, die ja gerade einige der aktuellen populären Hirnforscher (Singer, Roth…) wieder kräftig anheizen. In Coachingsitzungen ist das ein “Dauerbrenner”, niemand kommt ohne ein entsprechendes Anliegen zur Veränderung, also ohne den Wunsch zu lernen. Hier ist es hilfreich, wenn der Coach entsprechendes Hintergrundwissen hat und dieses auch in passender Form seinen Klienten vermitteln kann.

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Lokalrundfunktage 2009 (1)

Juni 28, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

… unter dem Titel

“Coupons und Onlineplattformen – neue Kunden für das Radio” werden auf den Lokalrundfunktagen zwei interessante Projekte vorgestellt. Die Moderation hat Alexander Zeitelhack, die Teilnehmer sind Bernhard Spörlein (Coupon Future GmbH & Co.KG) sowie Krista Benedetti und Dale Mulder – beide von “Regional HelpWanted”.

Termin: Dienstag, 07.07.09, 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Ich habe “Regional Help Wanted” (RHW) im Frühjahr in USA kennen gelernt. Der Gründer Eric Straus hat mir die Idee und die Geschichte von RHW ausführlich erzählt – und ich war ziemlich beeindruckt. Das Konzept ist eine relativ einfache Kombination von Radio und Online, es geht letztlich um eine lokale Stellenbörse, die im Web abläuft und im Radio beworben wird. Die Stellenanbieter bezahlen, die Radiosender und RHW teilen sich den Erlös. RHW betreibt diese Stellenbörse derzeit in ca. 350 Standorten in USA und Kanada, das Konzept wurde im letzten Jahr von Target Jobs, einem Spezialisten für Jobbörsen übernommen.

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Eric Straus hat mich hinter die Kulissen der Software und des Systems schauen lassen. Bemerkenswert war, dass es ein ausgeklügeltes Statistiktool im Hintergrund gibt, das allen Beteiligten genaue Steuerungsmöglichkeiten und Feedbackschleifen erlaubt: wann werden welche Angebote von wem angeschaut, geclickt, woher kommen die Bewerber, etc. Bemerkenswert auch, dass in praktisch allen Standorten erst nach ca. 2 Jahren so richtig die Post abging. In den ersten beiden Jahren wachsen die WebSites kontinuierlich und ruhig, erst im dritten Jahr scheinen sich Zugriffe, Bewerbungen und damit Umsätze exponential zu entwickeln. Ich konnte auch einige der Umsatzzahlen sehen: sie sind enorm…;-)!

Zweites Projekt auf dem o.g. Panel ist “Coupon-Future”, die neu gegründete Firma, unter derem Namen wir hier in Regensburg die bewährten “Radiogutscheine” fortführen. Der Einsatz von Gutscheinen hat sich in einigen Sendegebieten und Märkten so positiv entwickelt (bisher haben ca. 40 Radiosender mit uns ihre Gutscheinshops betrieben), dass wir die Weiterentwicklung und den weiteren Betrieb in ein eigenes “Gefäß” gepackt haben.

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Und wie der Name schon sagt: es geht nicht mehr nur um Gutscheine (für die man was bezahlen muss), sondern demnächst auch um Coupons (die gibt’s umsonst). Coupons und Gutscheine sind Marketinginstrumente mit stark wachsenden Entwicklungskurven, vielleicht die einzigen mit einer solchen Wachstumscharakteristik derzeit. Bernhard Spörlein wird von den Möglichkeiten berichten, die Radiosendern ab sofort in diesem Segment zur Verfügung stehen: ein neuer Coupon-Shop ist in den nächsten Wochen einsatzbereit. Mit dies m können Radiosender ihren Werbekunden Coupon-Marketing (auch mobile – also Coupons, die auf’s Handy geschickt werden) anbieten. Und – Radiosender können durch die Plattformfunktion von Coupon-Future sogar mit Hörern bzw. Werbekunden aus anderen Sendegebieten Umsatz machen. Wie? In Nürnberg hingehen und zuhören…!

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