… darüber braucht man wirklich nicht mehr diskutieren. Wer Werbung entwickelt, produziert, ausstrahlt, verkauft – der wird dafür bezahlt, dass potentielle Kunden seiner Werbekunden in ihren Kaufentscheidungen beeinflusst werden. So lautet am Ende immer der Auftrag, und dem muss sich die Branche auch stellen. Karen Heumann, Chef-Strategin bei Jung von Matt, hat in einem Interview in der ZEIT dazu und zu anderen Werbethemen Stellung bezogen:
“…Gute Werbung macht ihren Job mit offenem Visier. Die Furcht, manipuliert zu werden, die Vance Packard vor langer Zeit mit seinenGeheimen Verführern schürte, ist vorbei. Die Menschen sind das, was man in England ad-literate nennt. Sie wissen: Das ist Werbung. Die will mich verführen. Tut sie das auf unterhaltsame, interessante Weise, lassen sich Menschen heute auch gerne darauf ein. Ich jedenfalls werde gerne von Werbung verführt und will verführen. Werbung ist eben bewusste Beeinflussung! Neulich diskutierte ich mit Marketingstudenten an der Uni und wurde von denen ziemlich attackiert, nach dem Motto: Die Werbung befeuert alles Schlechte in der Welt. Ich fragte sie, warum sie denn dann um Himmels willen Marketing studieren. Sie sagten, sie wollten später bei Greenpeace oder Attac arbeiten. Das verstehe ich gut, aber es wird jobmäßig wohl ziemlich eng werden….”
Karen Heumann äußerst sich auch über den Wert von Marken, der gerade auch in der Zeit von Google und Social Networks gar nicht hoch genug eningeschätzt werden kann:
“…die Menschen wollen überzeugt und manchmal verführt werden, man möchte sich gerne für das Schönere, Bessere, Interessantere entscheiden! Sie wollen mit einem Produkt also oft mehr kaufen als das Produkt selbst, nämlich die Konnotation, die durch dessen Herkunft und das besondere Versprechen der Marke dahinter entstanden ist. Deshalb hat gerade in Zeiten der absoluten Transparenz und Angebotsbreite die Marke einen Riesenvorteil: Wenn No-Names und starke Marken nebeneinander gezeigt werden, ist die Marke immer im Vorteil, denn sie ist Qualitäts- und Vertrauensanker….”
Über die Weihnachtsfeiertage bin ich wieder mal dazu gekommen, in der einen oder anderen Werbepause während einem spannenden Film den Kampf zu “geniessen”, welche Marke nun das Schönere, Bessere, Interessantere repräsentiert. Die Unterschiede in der Qualität der Werbeauftritte sind gigantisch und entsprechen wohl auch der Bandbreite der Unterschiede bei den Zielgruppen. Wie schön ist es da doch im Radio: man kann mit vergleichsweise wenig Aufwand wunderbar originelle und funktionierende Marktkommunikation betreiben. Werbung, die ihr Geld wirklich wert ist und ihren Auftrag verstanden hat. Warum das allerdings auch im Radio öfter mal so richtig daneben geht, verstehe wer will – an den Produktionskosten für das Werbemittel “Radiospot” ja wohl wirklich nicht…









