“… wie das Internet unser Denken und Fühlen verändert” so ist die April-Ausgabe von SZ-Wissen betitelt, und es geht um die vielfältigen Formen von Belastung, die ständige Online-Verfügbarkeit mit sich bringt.
So wird zum Beispiel von einer Untersuchung berichtet, die herausgefunden hat, dass ein durchschnittlicher Büromensch täglich etwa 40 Webseiten besucht, 50-mal sein E-Mail-Fenster öffnet sowie 77 Instantmessages schreibt und empfängt. Dieser Alltag und der Umgang mit den modernen Medien “pulverisieren” unseren Arbeitsalltag geradezu und wirken lanfristiger Konzentration entgegen. Lesen im Web ist wohl bei den meisten von uns eher eine “Art Textgehoppel”,
“… es entstehen neue Formen des Lesens, das horizontale “Powerbrowsen”, bei dem Texte nach scnellen Happen durchkämmt werden. Fast scheint es, als würden sie (die User) online gehen, um das Lesen im ursprünglichen Sinne vermeiden zu können”.

Bei IQ-Tests unter (Online-) Ablenkung schnitten die Beteiligten im Schnitt 10 Punkte schlechter ab als eine Kontrollgruppe, Forscher sprechen von einem neuen “epidemischen” Arbeitsproblem unserer Tage, einer krankhaften Unfähigkeit, seine Aufmerksamkeit zu konzentrieren (“Attention Deficit Trait” – ADT)
Die unglaubliche Menge an verfügbarem Wissen lässt uns die Welt vollkommen neu einschätzen und erleben.
“Wissen ist Macht, Information nicht … Wissen ist etwas Selbsterarbeitetes, es bedeutet, dass man Dinge mit dem eigenen Geist durchpfügt hat und in größere Kontexte zu setzen vermag…”
500 Einträge kommen allein im deutschen Wikipedia täglich dazu, gehandelt wird der ganze Apparat lediglich von einer Festangestellten-Crew von 5 Leuten in Berlin (allerdings ca. 7000 freien Zuarbeitern).
Natürlich hat der neue Umgang mit Wissen und Information sehr viele positive Seiten, aber eben auch Gefahren. Sogar süchtig werden kann man vom Surfen – und das gilt nicht nur für spiele-versunkene Kids, sondern auch für ausgewachsene Business-Leute, die dann den Blackberry schon mal in “Crackberry” umtaufen.
Nähere Infos unter: www.webaholic. info oder unter www.crackberry.com, die “#1 Site for Blackberry Users & Abusers…”
Der Artikel wird ergänzt durch sinnvolle – wenn auch nicht mehr ganz neue – Tipps für einen vernünftigen Umgang mit der E-Mail- Flut, außerdem durch ein interessantes Interview mit dem Medienrechtler Urs Gasser, der zusammen mit einem Harvard-Professor das Buch geschrieben hat: “Generation Internet. Die Digital Natives (Hanser)”.